VOOL Ladestationen und der VOOL LMC haben jeweils eine eigene Modbus-Schnittstelle, und sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Beide werden für lokale Integrationen genutzt, etwa Home Assistant, einen Solar- oder Energiemanager oder eine Gebäudeleittechnik. Wählen Sie die Schnittstelle, die zu dem passt, was Sie auslesen oder steuern möchten:
Modbus TCP/UDP der Ladestation — Zustand einer Ladestation, Ströme, Spannungen, Leistung und Energie pro Phase sowie Start/Stopp, ein externes Stromlimit und erlaubte Phasen. Die Ladestation braucht dafür eine eigene Ethernet- oder WLAN-Verbindung. Beschrieben in diesem Artikel und im Modbus-Handbuch der Ladestation.
Modbus TCP des LMC (LMC-Software ab v6.4.0) — die Ströme und Spannungen am Netzanschluss pro Phase und mit Schreibzugriff das vom Lastmanagement genutzte Stromlimit des Netzanschlusses. Es liefert keine Messwerte einzelner Ladestationen, keine Energiezähler und kein Start/Stopp von Ladestationen. Vollständige Registertabelle in Modbus TCP am VOOL LMC.
Beide sind standardmäßig deaktiviert, und der VOOL Support kann sie aus der Ferne aktivieren – schreiben Sie an [email protected] mit der Seriennummer der Ladestation oder des LMC.
Installationen nur mit CAN
Wenn Ihre Ladestation die VOOL Plattform über einen LMC per CAN erreicht und keine eigene Ethernet- oder WLAN-Verbindung hat, gibt es keine Modbus-Schnittstelle der Ladestation, mit der Sie sich verbinden könnten: Modbus sitzt in der Ladestation, und in diesem Aufbau ist die Ladestation nicht in Ihrem Netzwerk. Welcher Fall vorliegt, sehen Sie auf der Seite der Ladestation im Webportal: Steht bei OCPP source LMC und zeigt der Bereich Connectivity kein eigenes WLAN oder Ethernet, hängt die Ladestation am LMC.
In einer CAN-Installation können Sie trotzdem die Modbus-TCP-Schnittstelle des LMC nutzen – sofern der LMC selbst in Ihrem Netzwerk ist –, um die Ströme und Spannungen am Netzanschluss auszulesen und das Stromlimit des Netzanschlusses zu setzen. Das begrenzt den gesamten Standort; Steuerung oder Messung pro Ladestation über Modbus erfordert, dass die Ladestation direkt mit Ihrem Netzwerk verbunden ist.
Der LMC liest Zähler auch per Modbus aus
Unabhängig von seinem Modbus-TCP-Server nutzt der LMC Modbus auch in die andere Richtung: Er liest einen externen Stromzähler aus. Dabei arbeitet der LMC als Modbus-Master.
Modbus RTU über RS485 — der übliche Fall. Sie benötigen die Baudrate des Zählers und in manchen Fällen seine Slave-Adresse. Die Baudrate legt der Zähler fest; 19200 ist üblich. Beispiel: ein Siemens PAC2200 mit Geräte-ID 126, 19200 Baud.
Modbus TCP über Ethernet — hier benötigen Sie die IP-Adresse des Zählers.
Das sei ausdrücklich gesagt, weil es oft zu Verwirrung führt: Das Feld IP-Adresse in der Zählerkonfiguration ist die Adresse des Zählers, nicht der Ladestation. Ist Ihr Zähler per RS485 mit dem LMC verbunden und gar nicht im Netzwerk, betrifft Sie dieses Feld nicht – nennen Sie uns stattdessen die Baudrate, dann kann der Support ihn konfigurieren.
Modbus an einer Ladestation aktivieren
Die Schnittstelle ist standardmäßig aus. Sie wird über den Parameter 522 — Enable Modbus TCP/UDP interface der Ladestation eingeschaltet. Dieser Parameter liegt in der Firmware der Ladestation, nicht im VOOL Webportal: Das Portal hat keine Modbus-Seite, keinen Modbus-Schalter und keine Liste nummerierter Parameter, Sie müssen dort also nicht suchen. Nach der Aktivierung lauscht die Schnittstelle auf Port 502 (TCP und UDP) – 522 ist die Parameternummer, nicht der Port. Modbus läuft über dieselbe einzelne Schnittstelle (Ethernet oder WLAN) wie der übrige Datenverkehr der Ladestation; ein hybrider Aufbau mit Modbus auf der einen und OCPP auf der anderen wird nicht unterstützt.
Ihre Ladestation braucht Software ab Juli 2025. Die Modbus-Schnittstelle kam mit Gateway v1.17.2 (Bundle v1.9.33), die zugehörigen Controller-Funktionen waren mit Bundle v1.9.40 (Gateway v1.17.7, MCU v2.12.3) vollständig. In älterer Software gibt es den Parameter gar nicht, Sie werden ihn also auch nicht finden. Die Version Ihrer Ladestation sehen Sie auf ihrer Seite im Webportal unter Configuration.
Der einfachste Weg, sie einschalten zu lassen: Schreiben Sie an [email protected] mit der Seriennummer der Ladestation und bitten Sie um Aktivierung von Modbus. VOOL kann das aus der Ferne erledigen, meist innerhalb eines Arbeitstages. Wenn Sie mit einem Installateur arbeiten, kann er die Ladestation auch direkt per Bluetooth im Installateurmodus der VOOL Mobile App konfigurieren.
Registertabelle der Ladestation
Alle Register sind Holding-Register, Big-Endian. Die Schnittstelle akzeptiert höchstens 3 gleichzeitige Verbindungen und schließt eine Verbindung nach 60 Sekunden ohne Kommunikation.
Die Nur-Lese-Register umfassen Zustand der Ladestation und Fahrzeugphasen (100–101), Ströme, Spannungen und Wirkleistung pro Phase (102–111) sowie die bezogene Energie (200–201). Beschreibbar sind 500 Ladebefehl (1 = Start, 2 = Stopp), 501 externes Stromlimit und 502 extern erlaubte Phasen. Register 502 ist auf 10 Phasenumschaltungen pro Stunde begrenzt. Die vollständige Tabelle mit Einheiten, Skalierung und Bitdefinitionen finden Sie im Modbus-Handbuch der Ladestation in diesem Hilfe-Center. Der LMC nutzt eine andere Tabelle (float32-Werte, Netzanschlussmessungen bei 600–625) – siehe Modbus TCP am VOOL LMC.
Was ein Modbus-Schreibbefehl kann und was nicht
Das ist das häufigste Missverständnis, deshalb klar gesagt: Ein Modbus-Schreibbefehl kann die Ladestation nicht über ihr konfiguriertes Stromlimit heben. Das im Webportal an der Ladestation eingestellte Current limit ist die Obergrenze. Schreibt Ihr Energiemanager 32 A in Register 501 einer auf 16 A konfigurierten Ladestation, lädt sie trotzdem mit 16 A. Register 501 ist eine Anforderung, und die Ladestation wendet das niedrigste aller aktuell geltenden Limits an.
Es können mehrere Limits gleichzeitig gelten – das konfigurierte Maximum, ein externes Strom- oder Leistungslimit, das Lastmanagement, eine thermische Begrenzung. Ein einzelner per Modbus zurückgelesener Grenzwert ist also nicht unbedingt der tatsächlich verwendete. Wenn der gemessene Strom nicht Ihren Erwartungen entspricht, nennen Sie dem Support die Seriennummer und die Zeitpunkte, dann lesen wir aus, welches Limit tatsächlich galt.
Den Startbefehl nicht wiederholt senden
Schreiben Sie nur dann in Register 500, wenn Sie wirklich starten oder stoppen wollen. Befehle werden beim Schreibvorgang verarbeitet, ein Start muss also für jeden neuen Ladevorgang erneut geschrieben werden – ihn aber per Timer einmal pro Minute zu schreiben, ist ein echtes Problem: Es überflutet die internen Logs der Ladestation und macht sie für jede Diagnose unbrauchbar, und ein Start, der im selben Moment eintrifft, in dem die Ladestation selbst automatisch startet, kann kollidieren. Ist an der Ladestation Auto start aktiviert, beginnt sie ohnehin selbst zu laden, und Ihre Integration muss überhaupt keinen Start senden.
Wenn eine funktionierende Integration nicht mehr antwortet
Prüfen Sie zuerst die IP-Adresse des Geräts in Ihrem Netzwerk. Nach einem Firmware-Update oder einem Routerwechsel kann sich die LAN-IP der Ladestation ändern, und die Integration fragt dann eine Adresse ab, die es nicht mehr gibt. Das VOOL Webportal zeigt die IP-Adresse der Ladestation nicht an – lesen Sie sie in der Geräteliste Ihres Routers ab oder fragen Sie den VOOL Support, der sie aus der Ladestation auslesen kann. Vergleichen Sie sie mit der in Ihrer Integration eingetragenen Adresse, bevor Sie annehmen, dass die Schnittstelle abgeschaltet wurde.
Vergeben Sie eine feste IP (oder eine DHCP-Reservierung) für Ladestationen und den LMC in Ihrem Router. Vom Router geänderte Adressen haben an Standorten mit mehreren Ladestationen auch schon die Lastmanagement-Kommunikation unterbrochen.
Prüfen Sie, ob sich das Gerät im selben Subnetz befindet wie der abfragende Rechner, und denken Sie an das Limit von 3 gleichzeitigen Verbindungen der Ladestation.
Sicherheitshinweis
Keine der beiden Modbus-Schnittstellen hat eine Authentifizierung. Nutzen Sie sie nur in lokalen, sicheren Netzwerken und geben Sie den Port niemals ins Internet frei.
Community-Integrationen und Partner-APIs
Es gibt Home-Assistant-Integrationen von Drittanbietern für VOOL Hardware. Sie werden nicht von VOOL entwickelt oder gepflegt, und einige funktionieren ohne Anpassung nicht mit dem LMC. Bei Fragen zu einer Community-Integration wenden Sie sich bitte an deren Autor.
Modbus und OCPP sind die dokumentierten Integrationswege. Bei Fragen zu Partner- oder Entwickler-APIs schreiben Sie an [email protected] mit nummerierten Fragen, und wir leiten sie intern weiter.